5 ¼ Jahre, 60 Folgen – ein Rückblick auf den BILDUNGSFRAUEN Podcast
Die vorerst letzte Folge des BILDUNGSFRAUEN Podcasts ist am 13. Januar 2026 erschienen. Das ist ein guter Anlass, um innezuhalten und zurückzublicken: auf das, was war und auf das, was sich daraus entwickelt hat. Und vielleicht entdeckst du in der Geschichte hinter meinem Podcast Inspiration für deinen Weg.
Erste Schritte
2020 war ein Jahr der großen Verunsicherung. Zum einen natürlich durch die Corona-Pandemie. Doch für mich persönlich auch deshalb, weil ich meine Grenzen der Belastbarkeit deutlich überschritten hatte und dann erst einmal gar nichts mehr ging. Nach einer Phase der Regeneration, in der ich unglaublich viele Interview-Podcasts gehört habe, keimten die ersten Ideensprossen auf: könnte ich nicht vielleicht selbst einen Podcast machen? Zwar wusste ich gar nicht, wie das technisch geht. Doch da viele andere Menschen in der Lage waren, das zu tun, so dachte ich mir, konnte das ja nicht so schwer sein. Also habe ich mir anhand von Büchern, Blogartikeln und Videotutorials erarbeitet, wie man einen Podcast produziert, habe in ein Mikrofon investiert und dann einfach losgelegt.
Von der Idee zum Konzept
Die inhaltliche Idee war an einem Morgen plötzlich da: BILDUNGSFRAUEN. Mit diesem Wort im Kopf wachte ich auf – es ließ mich nicht mehr los. Das klang gut. Tragfähig. Vertraut und neu zugleich. Also habe ich mir ein grobes Konzept überlegt, einen Interviewleitfaden formuliert und verschiedene Bildungsgestalterinnen angefragt, ob sie nicht Lust hätten, in meinem neuen Podcast zu Gast zu sein. Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht so große Erwartungen. Doch ich bekam schnell einige Zusagen und schwupps, waren die ersten Interviews terminiert, aufgezeichnet und bearbeitet. Und dann ging der Podcast im November 2020 on air.
Vom Podcast in die Veränderung
Das erste Layout habe ich selbst entwickelt, die erste Website selbst mühsam zusammengebaut. Auch das waren alles Lernfelder für mich, vorher hatte ich so etwas noch nie gemacht. Und obwohl 2020 für mich ein Jahr großer Erschöpfung war, war es zugleich der Beginn von etwas Neuem, das sich Raum suchte. Ich wollte selbständig etwas gestalten, meiner Intuition folgen und meine Themen selbst setzen. Durch den Podcast öffneten sich Türen, die ich vorher gar nicht gesehen hatte. Erste Auftragsanfragen kamen, z.B. für Moderationen – das hätte ich für mich selbst gar nicht als Tätigkeitsfeld beschrieben.
Mut zur Transformation
Und so wurde 2021 für mich ein Jahr voller Mut: ich kündigte meine Festanstellung, um mich ganz der Entwicklung von BILDUNGSFRAUEN widmen zu können. Und ich begann ein zweites Studium – mit 40 Jahren – um meine Beratungskompetenzen weiter zu verfeinern. Ein ganz neues Leben ergab sich daraus, meine Lernkurve war steil. Mein Podcast ermöglichte es mir, mit vielen spannenden Frauen ins Gespräch zu kommen, mein Netzwerk zu erweitern und meinen Namen bekannter zu machen. Das selbständige Arbeiten erleichterte zumindest zeitlich die Kombination aus Familie, Arbeit und Studium.
Aus einem Projekt wird ein Business
Im Jahr 2022 dann wurde mir klar, dass ich einen neuen Außenauftritt brauche: mein selbst entwickeltes Layout trug nicht mehr. Also investierte ich in ein professionelles Logo und ließ mir zudem eine Website entwickeln, die wirklich zu mir und meinem Thema passte. Damit veränderte sich auch das Layout des Podcasts – der Inhalt jedoch blieb. Zwar löste ich mich im Laufe der Zeit immer mehr von meinem einst so akribisch ausgearbeiteten Interviewleitfaden, doch wurden die Gespräche dadurch sogar noch persönlicher und nahbarer. Es entstanden echte Verbindungen, Freundschaften und auch der ein oder andere Auftrag.
Der leise Abschied
Eine Folge pro Monat, das war der Rhythmus, den ich verlässlich umsetzen konnte in meinem vollen Alltag. Denn der BILDUNGSFRAUEN Podcast blieb immer frei von extern finanzierter Werbung. Ich wollte mit diesem Format kein Geld verdienen, sondern Frauen im Bildungsbereich sichtbarer machen. Das hat sich bis zum Schluss nicht geändert. Allerdings wurde es im Laufe der Zeit immer schwieriger für mich, eine Folge im Monat zu produzieren. Meine Selbständigkeit lief gut an, eine Masterarbeit wollte geschrieben werden und dann kam in 2024/2025 noch eine langwierige Verletzung hinzu. Irgendwann, so merkte ich, war die Luft raus. Mein Podcast war nicht mehr mit Leichtigkeit verbunden, sondern mit Pflichtgefühl. Und da merkte ich: es ist zu Ende.
Mein Fazit
Mindestens drei Folgen wollte ich veröffentlichen, das war mein persönliches Ziel. Schlussendlich sind es 60 Folgen geworden, ein paar Sonderfolgen sowie vier exklusive Folgen BILDUNGSFRAUEN @ EPALE. Dass war und ist mehr als ich im Herbst 2020 zu hoffen gewagt hätte. Daher blicke ich mit Stolz zurück auf die vergangenen gut fünf Jahre, in denen mich der BILDUNGSFRAUEN-Podcast als Interviewformat begleitet hat.
Meine fünf Learnings aus dieser Zeit:
- Einfach machen – der Weg entsteht beim Gehen.
- Done is better than perfect! Nur wenn ich es ausprobiere, kann ich es lernen.
- Menschen freuen sich, wenn sie gefragt werden – und wenn jemand Nein sagt, dann geht die Welt nicht unter.
- Wenn du sichtbar wirst, entdecken Menschen Kompetenzen in dir, die du selbst noch gar nicht gesehen hast.
- Alles hat seine Zeit: wenn das Gefühl nicht mehr stimmt, dann ist es Zeit für einen Abschied.
Was nun kommt?
So ganz genau weiß ich das selbst noch nicht. Erst einmal mache ich eine Podcast-Pause mit meinem eigenen Format. Und dann lasse ich meine Gedanken schweifen und meine Kreativität fließen. Denn ich bin mir sicher: da geht noch was!
Und wenn du mich zwischendrin weiter hören möchtest, so empfehle ich dir die beiden Podcasts, die ich daneben noch hoste:
- EPALEinsights mit aktuellen Themen rund um die Erwachsenenbildung in Zusammenarbeit mit EPALE Deutschland
- Frauen gründen anders! mit Gründungsgeschichten spannender Frauen in Zusammenarbeit mit dem UnternehmerinnenZentrum Hannover